Ehemaliger Steinbruch wird zum Trainingsgelände für Organisationen der Unglücks- und Katastrophenhilfe
Die Hartsteinwerk – Working Dog Foundation e.V. öffnet das rund 11-Hektar-Areal in Förtschendorf für Feuerwehren, THW, Bergwacht und Rettungshundestaffeln – kostenfrei
Bagger und Muldenkipper standen hier einst im Dauereinsatz. Heute durchsuchen Rettungshunde die Abraumhalden, üben Feuerwehrkräfte den Ernstfall bei Waldbrandgefahren und Katastrophenschutzeinheiten proben den koordinierten Einsatz. Der ehemalige Steinbruch, das Hartsteinwerk in Förtschendorf im Landkreis Kronach, hat eine neue, gemeinnützige Bestimmung gefunden – und könnte für Hilfsorganisationen der Region zu einem unverzichtbaren Trainingspartner werden.
Als die Hartsteinwerk – Working Dog Foundation e.V. das rund 110.000 Quadratmeter große Gelände im Jahr 2022 erwarb, war die Vision klar: Ein authentisches, naturbelassenes Übungsareal für Such-, Rettungs- und Katastrophenschutzorganisationen – kostenlos nutzbar, überregional verfügbar, einzigartig in seiner Art. Heute ist die sogenannte „Working Dog Area“ Realität. Und sie dürfte ihresgleichen suchen.
Wer das Gelände zum ersten Mal betritt, ist von seiner Weitläufigkeit überwältigt. Abraumberge, Schutzwälle, Felsbereiche, aufgelassene Werkstattgebäude, Wald und Magerwiesen – die Topografie des ehemaligen Hartsteinwerks bietet eine Vielfalt, die kein künstlich angelegtes Übungsareal replizieren könnte. Genau das macht das Gelände so wertvoll für die Einsatzausbildung.
"Kein aufgebautes Kulissengelände, sondern ein authentisches Areal im Wandel" – so beschreibt die Foundation ihren Trainingsstandort. Tatsächlich verändert sich das Gelände von Saison zu Saison durch natürlichen Bewuchs und Erosion. Was für Laien wie ein Nachteil klingen mag, ist für Ausbilder ein entscheidender Vorteil: Einmal geübte Szenarien lassen sich nicht einprägen – die Vierbeiner und ihre Hundeführer müssen bei jedem Einsatz neu denken.
Wer bei dem Namen „Working Dog Area“ ausschließlich an Hundetraining denkt, unterschätzt das Potenzial des Standortes erheblich. Die Foundation macht deutlich: Das Gelände steht allen Einsatzkräften offen – unabhängig davon, ob Vierbeiner mit im Spiel sind oder nicht. Die Feurwehren nutzen das Gelände zur Übung in Bezug auf eine mögliche Waldbrandbekämpfung in der Region. Das Technische Hilfswerk kann auf dem variablen Geländeuntergrund Bergungsszenarien erproben und Fahrzeuge sowie Spezialgerät unter authentischen Bedingungen einsetzen. Bergwacht-Einheiten finden auf den Böschungen und Abraumhalden geeignete Bedingungen für Tragesystem-Übungen und Geländeorientierung. Und für komplexe Stabslagen bietet das weitläufige, abgesperrte Areal die seltene Möglichkeit, interorganisationale Zusammenarbeit ohne Rücksicht auf den Straßenverkehr oder öffentliche Zuschauer zu trainieren.
Regelmäßig üben hier Rettungshundestaffeln aus dem In- und Ausland. Die Bandbreite ist groß: Flächenhunde, spezialisiert auf die Suche nach vermissten Personen in unwegsamen Gelände, Tümmersuchhunde, ausgebildet zum Aufspüren verschütteter Personen und Mantrailer, die anhand des Individualgeruchs einer Person deren Spur aufnehmen. Auch spezialisierte Teams im Bereich „Search And Recovery“ – Hundestaffeln, die auf die Suche nach menschlichen Überresten trainiert sind – nutzen das Areal für ihre anspruchsvolle Ausbildungsarbeit.
Das Besondere: Die natürliche Veränderung des Geländes verhindert, dass Hunde einmal gefundene Verstecke auswendig lernen. Jedes Training bleibt eine echte Herausforderung – für Tier und Mensch gleichermaßen.
Was das Angebot besonders attraktiv macht: Die Nutzung ist für Partnerorganisationen vollständig kostenfrei. Die Hartsteinwerk – Working Dog Foundation e.V. versteht sich als gemeinnützige Institution, deren Ziel die Förderung des Unglückshilfe ist – nicht die Erwirtschaftung von Gebühren. Termine werden individuell abgestimmt, langfristige Kooperationsvereinbarungen sind möglich, und interorganisationale Gemeinschaftsübungen mehrerer Einheiten gleichzeitig sind ausdrücklich erwünscht.
Die geografische Lage des Geländes im Landkreis Kronach macht es für Einheiten aus ganz Nordbayern und dem angrenzenden Thüringen gut erreichbar. Dass das Gelände bereits von nationalen und internationalen Staffeln regelmäßig genutzt wird, unterstreicht seinen Ruf als erstklassiger Trainingsstandort.
Organisationen, die das Gelände besichtigen oder eine Nutzung vereinbaren möchten, können sich direkt an die Hartsteinwerk – Working Dog Foundation e.V. wenden. Weitere Informationen finden sich unter www.working-dog-foundation.de.
