Mit Hund ins Restaurant und Café:

Mit Hund ins Restaurant und Café: Zutritt mit Regeln

Als bester Freund des Menschen nehmen Hunde immer stärker am Alltag ihrer Halter teil. Da ist es kaum verwunderlich, dass immer mehr Hundehalter ihren Vierbeiner auch mit ins Restaurant nehmen möchten und dass das immer häufiger auch zugelassen wird. Die Entscheidung dafür liegt nach aktueller Rechtsprechung größtenteils beim Betreiber.

Auch in den vergangenen Sommermonaten machten Halter und ihre Hunde nach einem Spaziergang gern noch einen kurzen Halt im Außenbereich eines Restaurants oder Cafés. Herbst und Winter laden im Gegensatz dazu doch eher in den Innenbereich ein. Aber: Werden Hunde draußen einfach toleriert oder sind sie im Restaurant ganz grundsätzlich erlaubt?

Der auf Tierrecht spezialisierte Anwalt Frank Richter sagt: „Generell sind die Zugangsrechte für Hunde in ein Restaurant nicht gesetzlich geregelt: Hier gilt reines Hausrecht des Restaurantbetreibers.“ Jeder Betreiber kann also selbst entscheiden, ob Hunde im Außen- und/oder Innenbereich erlaubt sind. Lediglich die Küche und Lagerräume sind tabu, da hier besondere Hygienevorschriften greifen. Zusätzliche Kriterien wie beispielsweise die Größe des Hundes oder ein Zugangsverbot bei viel Betrieb liegen ebenfalls im Hausrecht. Weitere denkbare Vorschriften wären etwa das Tragen eines Maulkorbs oder eine Leinenpflicht. Halter können dazu im Vorfeld einfach anrufen oder vor Ort nachfragen. „Im Grunde ist ein Betreiber vollkommen frei, hier zu bestimmen, was auch immer er will. Eine Ausnahme bilden aber Hundeverordnungen, die mancherorts für meist einzelne Rassen beispielsweise Maulkorb- oder Leinenzwänge vorschreiben. Darüber darf er sich nicht hinwegsetzen. Die andere große Ausnahme sind Begleithunde, vor allem für Sehbehinderte“, erklärt Richter.

„Ein Begleithund zählt nicht als Hund, er ist ‚Teil‘ der unterstützten Person, so wie eine Brille oder ein Spazierstock. Bei der Verweigerung des Zutritts mit einem Assistenzhund kann eine Benachteiligung gemäß § 7 Absatz 1 Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG) vorliegen“, verweist der Anwalt auf das Gesetz. „Außerdem greift seit dem 1. Juli 2021 die neue Regelung des § 12e Behindertengleichstellungsgesetz (BGG). Danach sind alle Betreiber einer typischerweise für den allgemeinen Publikumsverkehr öffentlich zugänglichen Anlage oder Einrichtung verpflichtet, Menschen mit Behinderung, die auf einen Assistenzhund angewiesen sind, den Zutritt nicht wegen der Begleitung durch einen Hund zu verweigern.“

Eine Grundlage für den Restaurantbesuch sollte sein, dass der Hund still an seinem Platz liegen bleibt und andere Gäste nicht belästigt. Dabei kann es helfen, wenn er auf seiner vertrauten Decke liegt. Halter sollten das mit ihrem Tier üben. Wer seinen Vierbeiner mit einem Spaziergang auspowert und ihn bereits vor dem Restaurantbesuch füttert, umgeht damit ein mögliches Betteln.

Zudem gilt es zu berücksichtigen, dass das Restaurant nicht überfüllt ist und der Hund dadurch gestresst wird. Bei der Platzwahl sollten Halter außerdem darauf achten, dass der Tisch eher in einer Ecke steht und Gäste sowie Personal nicht Gefahr laufen, über den am Boden liegenden Hund zu stolpern oder ihm auf die Pfoten zu treten. Dann steht einem entspannten Restaurantbesuch mit der Fellnase nichts mehr im Weg. IVH

Hautprobleme beim Vierbeiner erkennen und behandeln

Hautprobleme beim Vierbeiner erkennen und behandeln

Die Haut erfüllt bei Hunden grundsätzlich ähnliche Aufgaben wie bei Menschen: Sie schützt unter anderem vor äußeren Einflüssen wie Bakterien oder Parasiten und reguliert die Körpertemperatur. Zudem machen sich verschiedene Krankheiten über Hautprobleme bemerkbar. Entsprechend wichtig ist es, dass Hundehalter Hautveränderungen bei ihrem Begleiter frühzeitig erkennen und im Zweifelsfall tierärztlich abklären lassen.

Stumpfes Fell, kahle Stellen, ständiges Kratzen oder Rötungen – die Haut eines Hundes kann eine Vielzahl an Symptomen für eine ebenfalls große Vielfalt an Ursachen zeigen. „Probleme mit der Haut können oft schon frühzeitig auf Krankheiten hindeuten, die erst mit Laboruntersuchungen eindeutig festgestellt werden können“, erklärt Tierärztin Dr. Steffi Schmidt. „Viele systemische Erkrankungen, beispielsweise eine Schilddrüsenunterfunktion oder Leberprobleme, können damit in einem frühen Stadium behandelt werden.“

Hautprobleme sind häufig auf die folgenden Ursachen zurückzuführen:

Allergien: Flohspeichel, Milben, Pollen oder auch Futtermittel können beim Hund allergische Reaktionen hervorrufen. Diese zeigen sich häufig durch starken Juckreiz, Rötungen oder Entzündungen der Haut.

Parasiten: Flöhe, Zecken, Milben und Co. können auch abseits von Allergien zu Juckreiz und Hautirritationen führen.

Pilzinfektionen: Runde, haarlose Stellen mit verstärkter Schuppenbildung können auf eine Infektion hinweisen, die unbedingt behandelt werden sollte.

Bakterielle Entzündungen: Hautentzündungen sind häufig eine Folgeerscheinung anderer Probleme der Haut und entstehen, wenn sich ein Hund beispielsweise bei Juckreiz mit Kratzen Abhilfe verschafft.

„Grundsätzlich kann jeder Hund unter Hautproblemen und -erkrankungen leiden“, sagt die Tierärztin. „Hunde mit starker Faltenbildung wie Möpse, Bulldoggen oder Cocker Spaniel sind allerdings besonders anfällig. In den Hautfalten kommt es schneller zu einem Feuchtigkeitsstau und bakterielle Infektionen können entstehen.“ Wenn Hautveränderungen sehr plötzlich auftreten, starker Juckreiz besteht (Kratzen oder Belecken) oder sich Rötungen, Krusten, Pusteln, nässende oder offene Stellen zeigen, sollte man diese untersuchen lassen. Wenn der Tierarzt alle medizinischen Ursachen für den Juckreiz ausschließt, kann auch ein psychisch bedingtes Verhalten infrage kommen.

Sowohl Hunde mit Allergien, die sich häufig kratzen oder belecken, als auch ältere Hunde, die oft unter trockener oder schuppiger Haut leiden, profitieren von einer besonderen Pflege, erklärt Dr. Schmidt. Pflegeprodukte aus dem Zoofachhandel, etwa Hundeshampoos mit Chlorhexidin oder rückfettenden Inhaltsstoffen, können hier eine wichtige Rolle einnehmen. „Durch das Waschen und Pflegen bleiben weniger Keime zurück und die Haut kann ihrer natürlichen Schutzfunktion wieder besser nachkommen. Im Idealfall braucht es dann weniger oder gar keine Medikamente zur Behandlung“, so die Tierärztin. Es ist in jedem Fall sinnvoll, Hautveränderungen vom Tierarzt begutachten zu lassen, damit er passende Produkte oder weiterführende Behandlungen empfehlen kann.

Vorbeugend für eine gesunde Haut wirken zudem eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Fellpflege und eine saubere Umgebung. So können Halter dazu beitragen, dass sich der Vierbeiner rundum wohl in seiner Haut fühlt. IVH

Wenn der Hund ständig durstig ist…

Wenn der Hund ständig durstig ist…

Wenn der Hund plötzlich ständig Durst hat: Diabetes erkennen und behandeln

Nicht nur Menschen können an Diabetes mellitus erkranken, auch Haustiere sind betroffen. Diabetes gehört sogar zu den häufigsten hormonellen Erkrankungen in der Kleintiermedizin. Auch Hunde können im Laufe ihres Lebens die sogenannte "Zuckerkrankheit" entwickeln. Zum Weltdiabetestag am 14. November sollten Hundehaltende für die wichtigsten Warnsignale sensibilisiert sein. Aber auch Zuversicht haben: Früh erkannt ist die Erkrankung gut behandelbar.

Die typischen Symptome sind auf den ersten Blick unspezifisch und können leicht übersehen werden: vermehrtes Trinken, häufiges Wasserlassen, gesteigerter Appetit bei gleichzeitigem Gewichtsverlust, allgemeine Schwäche oder ein stumpfes Fell. Auch eine Trübung der Augenlinse (Grauer Star) kann ein Hinweis sein. Treten solche Veränderungen auf, sollte das Tier unbedingt tierärztlich untersucht werden. Eine einfache Blut- oder Urinuntersuchung liefert schnell Klarheit.

Im Gegensatz zum Menschen, bei dem Diabetes oft in zwei Typen unterschieden wird, erkranken Hunde fast ausschließlich an Typ 1. Dabei produziert die Bauchspeicheldrüse zu wenig oder gar kein Insulin mehr. Ohne dieses Hormon kann Zucker aus dem Blut nicht in die Zellen transportiert werden, der Körper verliert seine wichtigste Energiequelle.

Die Therapie besteht in der Regel aus einer lebenslangen Insulinbehandlung, die von den Tierhaltenden nach tierärztlicher Einweisung zu Hause durchgeführt wird. Anfangs erfordert die Einstellung Geduld und enge Kontrollen, bis die richtige Dosis gefunden ist. Viele Hunde sind nach einigen Wochen jedoch stabil und können ein fast normales Leben führen. Unterstützend helfen eine angepasste Fütterung mit speziellen Diätfuttermitteln, regelmäßige Bewegung und eine konsequente Routine im Alltag.

Eine Diabetesbehandlung bedeutet Verantwortung - aber sie ist machbar. Nach der Eingewöhnungsphase gehört die Insulinspritze für viele Halterinnen und Halter einfach zum Tagesablauf, ähnlich wie das Gassi gehen. Hilfreich ist es, ein kleines "Diabetes-Tagebuch" zu führen, um Wasseraufnahme, Appetit und Aktivität im Blick zu behalten.

Auch wenn die Diagnose Diabetes zunächst erschreckt: Mit Geduld und guter tierärztlicher Betreuung lässt sich die Krankheit so managen, dass betroffene Hunde lange aktiv und lebensfroh bleiben. Der Schlüssel liegt in der engen Zusammenarbeit zwischen Tierarztpraxis und Tierhaltenden.

(Bundesverband für Tiergesundheit e.V.)

Auch Hunde können unter Depressionen und Angststörungen leiden

Auch Hunde können unter Depressionen und Angststörungen leiden

Depressionen, Angststörungen und weitere psychische Erkrankungen werden in der Gesellschaft immer stärker wahrgenommen und respektiert. Doch nicht nur wir Menschen, sondern auch Hunde können unter solchen Erkrankungen leiden. Dr. Sandra Foltin ist Biologin und Psychologin und hat dazu das Buch „Black Dog“ verfasst, das zentrale Studien und Ergebnisse aufgreift.

Folgt man den gängigen WHO-Definitionen für mentale Erkrankungen, dann lassen sich nach Dr. Foltin auch bei Hunden viele psychische Erkrankungen feststellen, unter anderem:

Essstörungen, Angststörungen, Zwangsstörungen, Depressionen, Posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS), Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörungen (ADHS) und altersbedingte Erkrankungen wie Demenz.

Das Feld ist breit gefächert und es gibt jedes Jahr neue Erkenntnisse. „Essstörungen bei Hunden sind in der Forschung noch ein relativ neues Feld, dazu gibt es erst sehr wenige Studien. Zu Angststörungen existieren dagegen durchaus schon ältere Untersuchungen, aber vor allem gibt es eins: belastbare Studien mit einer größeren Zahl an Hunden und Rassen“, fasst Dr. Foltin die zunehmende Relevanz dieses Wissenschaftsfeldes zusammen. Ein großes Problem, mentale Erkrankungen bei Hunden zu erforschen, liege darin, dass sich die vielen Hunderassen mitunter stark voneinander unterscheiden und Erkenntnisse selten allgemeingültig sind: „In erster Linie werden zum Beispiel Retriever, Beagle und Schäferhunde erforscht, die sehr verbreitet sind. Auch Bullterrier werden häufig genommen – hier liegt es aber eher an genetischen Besonderheiten der Rasse, die diese interessant macht.“ In den letzten Jahren seien aber auch erste rassespezifische Studien entstanden, die eine mögliche Kopplung mit anderen Verhaltensauffälligkeiten der untersuchten Tiere zulassen.

Auffällig sei, dass gerade Hütehunde verhältnismäßig häufig von Angst- oder Zwangsstörungen oder ADHS betroffen sind, also beispielsweise Australian Shepherd, Border Collie oder Schäferhund. „Hütehunde wurden gezielt darauf gezüchtet, besonders aufmerksam, geistig und körperlich schnell und hochsensibel zu sein. Diese Attribute haben sich dann immer stärker ausgeprägt, resultieren aber leider oft in Merkmalen wie der Jagd nach Schatten oder imaginären Fliegen“, sagt die Psychologin. Ein Problem sei, dass diese Zwangsstörungen in der Zucht mitunter nicht wahrgenommen oder ignoriert werden. Halter sollten sich daher immer auch den Zustand und die Lebensbedingungen der Elterntiere ansehen und sich so gut es geht vergewissern, dass der Züchter seriös arbeitet.

So wie beim Menschen äußern sich beispielsweise Depressionen auch beim Hund nicht durch ein einzelnes klares Merkmal. Vielmehr gibt es viele verschiedene Anzeichen, zum Beispiel Freudlosigkeit, fehlende Motivation, Antriebs- oder Appetitlosigkeit. „Wenn viele typische Symptome auf den Hund zutreffen, dann sollte man einen Tierarzt aufsuchen, der das Thema psychische Erkrankungen bei Tieren ernst nimmt“, rät die Biologin. „Zuerst wird dort festgestellt, ob eine körperliche Ursache vorliegt. Es gibt also eine körperliche Untersuchung und es wird ein großes Blutbild gemacht. Danach sucht man nach anderen Erklärungen: Gab es zum Beispiel kürzlich einen Trauerfall, der das Tier mitgenommen haben könnte? Erst dann geht es gegebenenfalls weiter zu einem Verhaltenstherapeuten und möglicherweise werden von einem sachkundigen Veterinärmediziner Medikamente verschrieben.“

Entsprechende Spezialisten sind bisher aber äußerst selten in Deutschland und die häufig große Entfernung steht dann einer Behandlung oft im Weg. Eine Erstberatung kann aber immer auch über Videoanrufe erfolgen, sodass die Distanz nicht mehr ganz so relevant ist. Insbesondere bei Angsthunden habe sich das schon sehr profiliert, so Dr. Foltin.

Hundehalter können eine psychische Erkrankung bei ihrem Tier zwar nicht mit vollkommener Sicherheit verhindern – ein paar Möglichkeiten, die Wahrscheinlichkeit zu verringern, sieht Dr. Foltin aber doch:

Der Alltag des Hundes sollte ihn zwar mental fordern, aber nicht überfordern. Es sollte immer Möglichkeiten geben, dass der Hund nach eigener Entscheidung erkunden und erschnüffeln darf. Da Hunde die Befindlichkeiten in ihrer Umgebung spiegeln können, können sich auch Streit und Stress zu Hause auf das Tier auswirken. Halter sollten deshalb im Umgang mit dem Tier möglichst Ruhe bewahren. Zentral sei aber vor allem, die Kommunikation des Hundes lesen zu lernen: „Studien zeigen, dass über 80 Prozent der Halter nicht ausreichend gut darin sind, ihre Hunde zu verstehen. Selbst wenn es deutliche Anzeichen gibt, werden Symptome häufig übersehen oder nicht ernst genommen“, warnt die Expertin.

Unabhängig davon, Krankheitssymptome zu erkennen, ist es von Beginn des Zusammenlebens mit einem Hund an wichtig, die Art und Weise, wie er mit uns kommuniziert, zu übersetzen und richtig zu deuten. Neben der zahlreichen Literatur bietet es sich immer an, in einer fachkundigen Hundeschule, die auf positive Verstärkung setzt, mehr über die Besonderheiten der Hunde-Kommunikation zu erfahren. Hat man Anhaltspunkte, dass sich das Verhalten des eigenen Tieres verändert, sollte man dies über einen gewissen Zeitraum beobachten und beim nächsten Tierarztbesuch ansprechen. IVH