Homeoffice mit Hund

Homeoffice mit Hund

Homeoffice mit Hund: So finden Berufstätige die richtige Balance

Einen eigenen Hund haben und von zu Hause arbeiten? Tatsächlich bietet diese Kombination viele Vorteile: Studien zeigen, dass Hunde das Wohlbefinden steigern und den Arbeitsalltag positiv beeinflussen können. Gut funktioniert Homeoffice mit Hund vor allem dann, wenn der Arbeitstag nicht nur zum Job passt, sondern auch zum Tier.

Ein Vierbeiner im Homeoffice kann den Arbeitsalltag spürbar verändern – oft zum Positiven. „Ein Hund kann dem Arbeitstag zu Hause mehr Struktur geben. Man kommt regelmäßig vor die Tür, macht bewusster Pausen und wird daran erinnert, nicht acht Stunden am Stück vor dem Bildschirm zu sitzen. Das funktioniert vor allem, wenn auch der Hund Ruhe, Rückzug und verlässliche Abläufe bekommt“, fasst Markus Beyer, erster Vorsitzender des Bundesverbands Bürohund e.V., zusammen. Selbst kurze Interaktionen und Tätigkeiten, also etwa ein Streicheln, wenn der Hund Nähe sucht, oder das Auffüllen des Wassernapfs, können dabei helfen, den Kopf freizubekommen und anschließend konzentrierter weiterzuarbeiten. Auch kurze gemeinsame Pausen lassen sich oft zwischen zwei Terminen einplanen und helfen, die Gedanken zu sortieren.

Klare Strukturen schaffen Orientierung – für Mensch und Hund Der Hund braucht im Homeoffice genau wie im sonstigen Alltag klare Abläufe. Wann gibt es Futter? Wann geht es gemeinsam vor die Tür? Und wann ist Ruhe angesagt? Bei der Arbeit im heimischen Büro geben diese festen Zeiten nicht nur dem Hund Sicherheit, sondern sind auch für seinen Menschen gute Orientierungspunkte, um regelmäßige Pausen einzuplanen. Zudem kann ein längerer Spaziergang am Morgen dabei unterstützen, mit mehr Energie in den Tag zu starten.

„Manche Menschen unterschätzen, wie viel Ruhe Hunde brauchen. Sie schlafen und dösen einen großen Teil des Tages. Diese Zeit muss ihnen auch im Homeoffice zugestanden werden. In meinem kommenden Buch beschreibe ich dafür das Drei-Welten-Modell: Es geht immer um die Bedürfnisse des Menschen, die Anforderungen der Arbeit und das Wohl des Hundes“, sagt Beyer. „Ein fester, geschützter Rückzugsort und klare Arbeitsphasen helfen dem Hund, zur Ruhe zu kommen. Für den Menschen entsteht dadurch ebenfalls mehr Verlässlichkeit im Arbeitstag.“ Das lässt sich mit dem Hund gezielt und freundlich aufbauen – beispielsweise mit einem Signal, auf das er zunächst nur wenige Sekunden und später länger ruhig an seinem Platz bleibt. Verhält er sich entsprechend, sollte er dafür gelobt oder mit einem Leckerli belohnt werden.

Wichtig ist auch, den Hund durch Spaziergänge oder gemeinsame Aktivitäten angemessen zu beschäftigen. Dann kann er sich im Anschluss besser entspannen – und ermöglicht ruhige Arbeitsphasen. Mit der Zeit stellt sich so eine Balance ein: Mal ruht der Hund, während der Mensch arbeitet – und mal ist gemeinsame Zeit.

Auch wenn die Arbeit mit Hund im Homeoffice gut funktionieren kann, gibt es Alternativen. Wer sich selbst immer wieder ablenken lässt, kann für seinen tierischen Begleiter eine Betreuung organisieren, um konzentriert arbeiten und sich keine Gedanken um das hündische Wohlbefinden machen zu müssen. Und selbst wenn Homeoffice keine Option ist, kann die Arbeit mit Hund gelingen: Viele Arbeitgeber beschäftigen sich inzwischen offener mit dem Thema Bürohund. Ein gutes Gespräch, klare Regeln und eine Testphase können hier ein verantwortungsvolles Miteinander ermöglichen. Dafür müssen die Interessen aller drei Seiten berücksichtigt werden: Unternehmen, Mitarbeitende und Hund.

Der Bundesverband Bürohund e.V. gibt auf seiner Website weitere Tipps, wie die Integration eines Bürohundes funktionieren kann. Zudem bietet der Verband persönliche Beratung und Unterstützung für Unternehmen an. IVH


Alter Steinbruch wird zum Trainingsgelände

Alter Steinbruch wird zum Trainingsgelände

Ehemaliger Steinbruch wird zum Trainingsgelände für Organisationen der Unglücks- und Katastrophenhilfe

Die Hartsteinwerk – Working Dog Foundation e.V. öffnet das rund 11-Hektar-Areal in Förtschendorf für Feuerwehren, THW, Bergwacht und Rettungshundestaffeln – kostenfrei

Bagger und Muldenkipper standen hier einst im Dauereinsatz. Heute durchsuchen Rettungshunde die Abraumhalden, üben Feuerwehrkräfte den Ernstfall bei Waldbrandgefahren und Katastrophenschutzeinheiten proben den koordinierten Einsatz. Der ehemalige Steinbruch, das Hartsteinwerk in Förtschendorf im Landkreis Kronach, hat eine neue, gemeinnützige Bestimmung gefunden – und könnte für Hilfsorganisationen der Region zu einem unverzichtbaren Trainingspartner werden.

Als die Hartsteinwerk – Working Dog Foundation e.V. das rund 110.000 Quadratmeter große Gelände im Jahr 2022 erwarb, war die Vision klar: Ein authentisches, naturbelassenes Übungsareal für Such-, Rettungs- und Katastrophenschutzorganisationen – kostenlos nutzbar, überregional verfügbar, einzigartig in seiner Art. Heute ist die sogenannte „Working Dog Area“ Realität. Und sie dürfte ihresgleichen suchen.

Wer das Gelände zum ersten Mal betritt, ist von seiner Weitläufigkeit überwältigt. Abraumberge, Schutzwälle, Felsbereiche, aufgelassene Werkstattgebäude, Wald und Magerwiesen – die Topografie des ehemaligen Hartsteinwerks bietet eine Vielfalt, die kein künstlich angelegtes Übungsareal replizieren könnte. Genau das macht das Gelände so wertvoll für die Einsatzausbildung.

"Kein aufgebautes Kulissengelände, sondern ein authentisches Areal im Wandel" – so beschreibt die Foundation ihren Trainingsstandort. Tatsächlich verändert sich das Gelände von Saison zu Saison durch natürlichen Bewuchs und Erosion. Was für Laien wie ein Nachteil klingen mag, ist für Ausbilder ein entscheidender Vorteil: Einmal geübte Szenarien lassen sich nicht einprägen – die Vierbeiner und ihre Hundeführer müssen bei jedem Einsatz neu denken.

Wer bei dem Namen „Working Dog Area“ ausschließlich an Hundetraining denkt, unterschätzt das Potenzial des Standortes erheblich. Die Foundation macht deutlich: Das Gelände steht allen Einsatzkräften offen – unabhängig davon, ob Vierbeiner mit im Spiel sind oder nicht. Die Feurwehren nutzen das Gelände zur Übung in Bezug auf eine mögliche Waldbrandbekämpfung in der Region. Das Technische Hilfswerk kann auf dem variablen Geländeuntergrund Bergungsszenarien erproben und Fahrzeuge sowie Spezialgerät unter authentischen Bedingungen einsetzen. Bergwacht-Einheiten finden auf den Böschungen und Abraumhalden geeignete Bedingungen für Tragesystem-Übungen und Geländeorientierung. Und für komplexe Stabslagen bietet das weitläufige, abgesperrte Areal die seltene Möglichkeit, interorganisationale Zusammenarbeit ohne Rücksicht auf den Straßenverkehr oder öffentliche Zuschauer zu trainieren.

Regelmäßig üben hier Rettungshundestaffeln aus dem In- und Ausland. Die Bandbreite ist groß: Flächenhunde, spezialisiert auf die Suche nach vermissten Personen in unwegsamen Gelände, Tümmersuchhunde, ausgebildet zum Aufspüren verschütteter Personen und Mantrailer, die anhand des Individualgeruchs einer Person deren Spur aufnehmen. Auch spezialisierte Teams im Bereich „Search And Recovery“ – Hundestaffeln, die auf die Suche nach menschlichen Überresten trainiert sind – nutzen das Areal für ihre anspruchsvolle Ausbildungsarbeit.

Das Besondere: Die natürliche Veränderung des Geländes verhindert, dass Hunde einmal gefundene Verstecke auswendig lernen. Jedes Training bleibt eine echte Herausforderung – für Tier und Mensch gleichermaßen.

Was das Angebot besonders attraktiv macht: Die Nutzung ist für Partnerorganisationen vollständig kostenfrei. Die Hartsteinwerk – Working Dog Foundation e.V. versteht sich als gemeinnützige Institution, deren Ziel die Förderung des Unglückshilfe ist – nicht die Erwirtschaftung von Gebühren. Termine werden individuell abgestimmt, langfristige Kooperationsvereinbarungen sind möglich, und interorganisationale Gemeinschaftsübungen mehrerer Einheiten gleichzeitig sind ausdrücklich erwünscht.

Die geografische Lage des Geländes im Landkreis Kronach macht es für Einheiten aus ganz Nordbayern und dem angrenzenden Thüringen gut erreichbar. Dass das Gelände bereits von nationalen und internationalen Staffeln regelmäßig genutzt wird, unterstreicht seinen Ruf als erstklassiger Trainingsstandort.

Organisationen, die das Gelände besichtigen oder eine Nutzung vereinbaren möchten, können sich direkt an die Hartsteinwerk – Working Dog Foundation e.V. wenden. Weitere Informationen finden sich unter www.working-dog-foundation.de.