Kleiner Hund ganz groß

Kleiner Hund ganz groß: Tipps für Halter

Hunde kleiner Rassen sind äußerst beliebt – werden aber oft nicht ganz ernst genommen, wenn sie sich bellend Gehör verschaffen wollen. Viele Menschen sorgen zudem unbewusst für Unsicherheit bei den kleinen Fellnasen, weil sie diese einfach hochheben und so in ihrer Bewegung einschränken. Halter können ihre Tiere dabei unterstützen, sich in der großen Welt zurechtzufinden und auch mit größeren Artgenossen souverän umzugehen.

Nach einer Erhebung des Industrieverbandes Heimtierbedarf (IVH) e.V. und des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands e.V. (ZZF) lebten 2022 über zehn Millionen Hunde in Deutschland. Knapp ein Drittel davon sind Hunde zwischen fünf und zehn Kilogramm, also zum Beispiel Jack Russell Terrier. Seit Jahren steigt aber auch die Zahl der kleinsten Rassen wie Yorkshire Terrier und Chihuahua. Letztere zählen zu den beliebtesten Hunderassen in Deutschland.

Nadja Kopp ist Hundeverhaltensberaterin und Hundetrainerin und arbeitet in ihrem Alltag häufig mit kleinen Hunderassen: „Das Besondere an ihnen ist, dass sie oft überdimensional selbstbewusst sind. Sie wissen nicht, dass sie klein sind.“ Umso wichtiger ist für die Expertin daher, dass die Tiere in einem sicheren Umfeld Sozialkompetenz lernen, etwa in einer Hundeschule. Im Idealfall werden sie schon im jungen Alter an den Umgang mit kleinen und großen Artgenossen gewöhnt. Aber auch die Halter müssen auf ein paar Besonderheiten achten. „Man sieht oft kleine Hunde, die vom Arm der Besitzer pöbeln oder lautstark ihr Futter verteidigen. Weil die Tiere aber so klein sind, nehmen viele das nicht ernst und sorgen dadurch natürlich für Unsicherheit“, erklärt Kopp. „Man sollte sie auch nicht ständig hochheben, denn dann kann der Hund sich nicht selbstständig zurückziehen.“ Zudem wirkt es auf manche Hunde bedrohlich, wenn man sich von oben herab zu ihnen herunterbeugt – besser ist, sich von vorn anzunähern, sodass das Heimtier einen kommen sieht.

Grundsätzlich ist die von Menschen gestaltete Umwelt selbstverständlich an die Größe von Menschen angepasst. Größere Hunde haben damit meist weniger Probleme, für sehr kleine Rassen können aber schon Treppen zur Herausforderung werden. „Für Dackel oder Chihuahuas können Stufen sehr anstrengend oder sogar schädlich sein. Dann macht es schon Sinn, sie daran zu gewöhnen, auf dem Arm oder in einer offenen Tasche getragen zu werden. Gleiches gilt beispielsweise auch für den Einstieg ins Auto“, sagt die Hundetrainerin. „Wenn der Hund zu Hause auch einen Platz auf dem Sofa bekommen soll, dann gibt es dafür außerdem spezielle Treppen und Rampen.“

Trotz ihrer Größe können kleine Hunderassen aber auch überraschen, wenn es um ihre körperlichen Fähigkeiten geht. Nachdem sie sich an die Belastung gewöhnt und entsprechende Muskeln und Kondition aufgebaut haben, sind auch längere Spaziergänge meist kein Problem und beim gemeinsamen Spielen und Toben zeigen die Vierbeiner große Ausdauer. Dabei aber trotzdem unbedingt an regelmäßige Pausen denken.

Bei Fahrradtouren kann hingegen das Tempo schnell zum Problem für die kurzen Hundebeine werden. Hier bietet es sich an, seinen tierischen Begleiter an das Mitfahren im Fahrradkorb oder Anhänger zu gewöhnen und ihn dann etwa bei einer Pause oder am Zielort etwas laufen zu lassen.

Für den Winter hat Nadja Kopp noch einen Tipp: „Viele kleine Hunderassen haben nur wenig Fell und wenig bis keine Unterwolle. Bei unter zehn Grad frieren sie schnell und brauchen gegebenenfalls einen Regen- oder Kälteschutz. Dazu sollte man auf Zittern achten; man kann aber auch an den Ohren testen, ob sie sich kühl anfühlen.“ IVH

Mit Hund ins Restaurant und Café:

Mit Hund ins Restaurant und Café: Zutritt mit Regeln

Als bester Freund des Menschen nehmen Hunde immer stärker am Alltag ihrer Halter teil. Da ist es kaum verwunderlich, dass immer mehr Hundehalter ihren Vierbeiner auch mit ins Restaurant nehmen möchten und dass das immer häufiger auch zugelassen wird. Die Entscheidung dafür liegt nach aktueller Rechtsprechung größtenteils beim Betreiber.

Auch in den vergangenen Sommermonaten machten Halter und ihre Hunde nach einem Spaziergang gern noch einen kurzen Halt im Außenbereich eines Restaurants oder Cafés. Herbst und Winter laden im Gegensatz dazu doch eher in den Innenbereich ein. Aber: Werden Hunde draußen einfach toleriert oder sind sie im Restaurant ganz grundsätzlich erlaubt?

Der auf Tierrecht spezialisierte Anwalt Frank Richter sagt: „Generell sind die Zugangsrechte für Hunde in ein Restaurant nicht gesetzlich geregelt: Hier gilt reines Hausrecht des Restaurantbetreibers.“ Jeder Betreiber kann also selbst entscheiden, ob Hunde im Außen- und/oder Innenbereich erlaubt sind. Lediglich die Küche und Lagerräume sind tabu, da hier besondere Hygienevorschriften greifen. Zusätzliche Kriterien wie beispielsweise die Größe des Hundes oder ein Zugangsverbot bei viel Betrieb liegen ebenfalls im Hausrecht. Weitere denkbare Vorschriften wären etwa das Tragen eines Maulkorbs oder eine Leinenpflicht. Halter können dazu im Vorfeld einfach anrufen oder vor Ort nachfragen. „Im Grunde ist ein Betreiber vollkommen frei, hier zu bestimmen, was auch immer er will. Eine Ausnahme bilden aber Hundeverordnungen, die mancherorts für meist einzelne Rassen beispielsweise Maulkorb- oder Leinenzwänge vorschreiben. Darüber darf er sich nicht hinwegsetzen. Die andere große Ausnahme sind Begleithunde, vor allem für Sehbehinderte“, erklärt Richter.

„Ein Begleithund zählt nicht als Hund, er ist ‚Teil‘ der unterstützten Person, so wie eine Brille oder ein Spazierstock. Bei der Verweigerung des Zutritts mit einem Assistenzhund kann eine Benachteiligung gemäß § 7 Absatz 1 Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG) vorliegen“, verweist der Anwalt auf das Gesetz. „Außerdem greift seit dem 1. Juli 2021 die neue Regelung des § 12e Behindertengleichstellungsgesetz (BGG). Danach sind alle Betreiber einer typischerweise für den allgemeinen Publikumsverkehr öffentlich zugänglichen Anlage oder Einrichtung verpflichtet, Menschen mit Behinderung, die auf einen Assistenzhund angewiesen sind, den Zutritt nicht wegen der Begleitung durch einen Hund zu verweigern.“

Eine Grundlage für den Restaurantbesuch sollte sein, dass der Hund still an seinem Platz liegen bleibt und andere Gäste nicht belästigt. Dabei kann es helfen, wenn er auf seiner vertrauten Decke liegt. Halter sollten das mit ihrem Tier üben. Wer seinen Vierbeiner mit einem Spaziergang auspowert und ihn bereits vor dem Restaurantbesuch füttert, umgeht damit ein mögliches Betteln.

Zudem gilt es zu berücksichtigen, dass das Restaurant nicht überfüllt ist und der Hund dadurch gestresst wird. Bei der Platzwahl sollten Halter außerdem darauf achten, dass der Tisch eher in einer Ecke steht und Gäste sowie Personal nicht Gefahr laufen, über den am Boden liegenden Hund zu stolpern oder ihm auf die Pfoten zu treten. Dann steht einem entspannten Restaurantbesuch mit der Fellnase nichts mehr im Weg. IVH

Hautprobleme beim Vierbeiner erkennen und behandeln

Hautprobleme beim Vierbeiner erkennen und behandeln

Die Haut erfüllt bei Hunden grundsätzlich ähnliche Aufgaben wie bei Menschen: Sie schützt unter anderem vor äußeren Einflüssen wie Bakterien oder Parasiten und reguliert die Körpertemperatur. Zudem machen sich verschiedene Krankheiten über Hautprobleme bemerkbar. Entsprechend wichtig ist es, dass Hundehalter Hautveränderungen bei ihrem Begleiter frühzeitig erkennen und im Zweifelsfall tierärztlich abklären lassen.

Stumpfes Fell, kahle Stellen, ständiges Kratzen oder Rötungen – die Haut eines Hundes kann eine Vielzahl an Symptomen für eine ebenfalls große Vielfalt an Ursachen zeigen. „Probleme mit der Haut können oft schon frühzeitig auf Krankheiten hindeuten, die erst mit Laboruntersuchungen eindeutig festgestellt werden können“, erklärt Tierärztin Dr. Steffi Schmidt. „Viele systemische Erkrankungen, beispielsweise eine Schilddrüsenunterfunktion oder Leberprobleme, können damit in einem frühen Stadium behandelt werden.“

Hautprobleme sind häufig auf die folgenden Ursachen zurückzuführen:

Allergien: Flohspeichel, Milben, Pollen oder auch Futtermittel können beim Hund allergische Reaktionen hervorrufen. Diese zeigen sich häufig durch starken Juckreiz, Rötungen oder Entzündungen der Haut.

Parasiten: Flöhe, Zecken, Milben und Co. können auch abseits von Allergien zu Juckreiz und Hautirritationen führen.

Pilzinfektionen: Runde, haarlose Stellen mit verstärkter Schuppenbildung können auf eine Infektion hinweisen, die unbedingt behandelt werden sollte.

Bakterielle Entzündungen: Hautentzündungen sind häufig eine Folgeerscheinung anderer Probleme der Haut und entstehen, wenn sich ein Hund beispielsweise bei Juckreiz mit Kratzen Abhilfe verschafft.

„Grundsätzlich kann jeder Hund unter Hautproblemen und -erkrankungen leiden“, sagt die Tierärztin. „Hunde mit starker Faltenbildung wie Möpse, Bulldoggen oder Cocker Spaniel sind allerdings besonders anfällig. In den Hautfalten kommt es schneller zu einem Feuchtigkeitsstau und bakterielle Infektionen können entstehen.“ Wenn Hautveränderungen sehr plötzlich auftreten, starker Juckreiz besteht (Kratzen oder Belecken) oder sich Rötungen, Krusten, Pusteln, nässende oder offene Stellen zeigen, sollte man diese untersuchen lassen. Wenn der Tierarzt alle medizinischen Ursachen für den Juckreiz ausschließt, kann auch ein psychisch bedingtes Verhalten infrage kommen.

Sowohl Hunde mit Allergien, die sich häufig kratzen oder belecken, als auch ältere Hunde, die oft unter trockener oder schuppiger Haut leiden, profitieren von einer besonderen Pflege, erklärt Dr. Schmidt. Pflegeprodukte aus dem Zoofachhandel, etwa Hundeshampoos mit Chlorhexidin oder rückfettenden Inhaltsstoffen, können hier eine wichtige Rolle einnehmen. „Durch das Waschen und Pflegen bleiben weniger Keime zurück und die Haut kann ihrer natürlichen Schutzfunktion wieder besser nachkommen. Im Idealfall braucht es dann weniger oder gar keine Medikamente zur Behandlung“, so die Tierärztin. Es ist in jedem Fall sinnvoll, Hautveränderungen vom Tierarzt begutachten zu lassen, damit er passende Produkte oder weiterführende Behandlungen empfehlen kann.

Vorbeugend für eine gesunde Haut wirken zudem eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Fellpflege und eine saubere Umgebung. So können Halter dazu beitragen, dass sich der Vierbeiner rundum wohl in seiner Haut fühlt. IVH

Wenn der Hund ständig durstig ist…

Wenn der Hund ständig durstig ist…

Wenn der Hund plötzlich ständig Durst hat: Diabetes erkennen und behandeln

Nicht nur Menschen können an Diabetes mellitus erkranken, auch Haustiere sind betroffen. Diabetes gehört sogar zu den häufigsten hormonellen Erkrankungen in der Kleintiermedizin. Auch Hunde können im Laufe ihres Lebens die sogenannte "Zuckerkrankheit" entwickeln. Zum Weltdiabetestag am 14. November sollten Hundehaltende für die wichtigsten Warnsignale sensibilisiert sein. Aber auch Zuversicht haben: Früh erkannt ist die Erkrankung gut behandelbar.

Die typischen Symptome sind auf den ersten Blick unspezifisch und können leicht übersehen werden: vermehrtes Trinken, häufiges Wasserlassen, gesteigerter Appetit bei gleichzeitigem Gewichtsverlust, allgemeine Schwäche oder ein stumpfes Fell. Auch eine Trübung der Augenlinse (Grauer Star) kann ein Hinweis sein. Treten solche Veränderungen auf, sollte das Tier unbedingt tierärztlich untersucht werden. Eine einfache Blut- oder Urinuntersuchung liefert schnell Klarheit.

Im Gegensatz zum Menschen, bei dem Diabetes oft in zwei Typen unterschieden wird, erkranken Hunde fast ausschließlich an Typ 1. Dabei produziert die Bauchspeicheldrüse zu wenig oder gar kein Insulin mehr. Ohne dieses Hormon kann Zucker aus dem Blut nicht in die Zellen transportiert werden, der Körper verliert seine wichtigste Energiequelle.

Die Therapie besteht in der Regel aus einer lebenslangen Insulinbehandlung, die von den Tierhaltenden nach tierärztlicher Einweisung zu Hause durchgeführt wird. Anfangs erfordert die Einstellung Geduld und enge Kontrollen, bis die richtige Dosis gefunden ist. Viele Hunde sind nach einigen Wochen jedoch stabil und können ein fast normales Leben führen. Unterstützend helfen eine angepasste Fütterung mit speziellen Diätfuttermitteln, regelmäßige Bewegung und eine konsequente Routine im Alltag.

Eine Diabetesbehandlung bedeutet Verantwortung - aber sie ist machbar. Nach der Eingewöhnungsphase gehört die Insulinspritze für viele Halterinnen und Halter einfach zum Tagesablauf, ähnlich wie das Gassi gehen. Hilfreich ist es, ein kleines "Diabetes-Tagebuch" zu führen, um Wasseraufnahme, Appetit und Aktivität im Blick zu behalten.

Auch wenn die Diagnose Diabetes zunächst erschreckt: Mit Geduld und guter tierärztlicher Betreuung lässt sich die Krankheit so managen, dass betroffene Hunde lange aktiv und lebensfroh bleiben. Der Schlüssel liegt in der engen Zusammenarbeit zwischen Tierarztpraxis und Tierhaltenden.

(Bundesverband für Tiergesundheit e.V.)

Erster Winter mit Hund

Erster Winter mit Hund: Gesund und sicher durch die kalte Jahreszeit

Kälte, Dunkelheit, Viren, Salz auf den Gehwegen: Der Winter hält seine eigenen Herausforderungen für Hunde und ihre Halter bereit. Mit diesen Grundregeln kommen frischgebackene Hundehalter und ihre Vierbeiner gesund und sicher durch die Saison.

Eisige Böen, Dauerregen oder Eiszapfen: Während wir Menschen uns mit regenfesten Mänteln und gefütterten Schuhen warmhalten, bleibt Hunden oft nur das eigene Fell. Ob das für jede Witterung ausreicht, hängt stark von der Rasse ab. „Hunde empfinden Kälte sehr unterschiedlich“, sagt Hundetrainerin und Ratgeberautorin Sabine Winkler. „Während nordische Rassen wie Huskys oder Malamutes Schnee und Minusgrade lieben, frieren kleine und kurzhaarige Tiere schnell. Aufgrund ihrer Herkunft aus warmen Regionen ist ihr Fell häufig nicht an die kalte Jahreszeit in Mittel- und Nordeuropa angepasst. Ein Hundemantel kann eine sinnvolle Unterstützung sein – besonders bei nasskaltem Wetter.“

Entscheidend ist, dass Hundehalter ihre Tiere beobachten und auf ihr Verhalten reagieren. Wenn Hunde frieren, fangen sie an zu zittern und machen sich klein, um die Wärme zu speichern. Vor allem Ohren und Pfoten fühlen sich dann sehr kalt an.

Schnee, Eis und vor allem Streusalz können die Ballen der Hundepfoten stark beanspruchen. Nach dem Spaziergang können Hundehalter die Pfoten vorsichtig mit lauwarmem Wasser abspülen und anschließend abtrocknen. Vaseline oder spezielle Pfotenbalsame helfen zusätzlich bei der Pflege. Draußen gilt es zudem, vereiste und somit rutschige Untergründe zu meiden, um Verletzungen vorzubeugen.

Kälte und schlechtes Wetter sind keine Gründe, die Gassirunden im Winter einzuschränken. Auch in der kalten Jahreszeit brauchen Hunde Bewegung und Beschäftigung, um körperlich und mental fit zu bleiben sowie das Immunsystem zu stärken. „Bei niedrigen Temperaturen und Nässe sollte man bei den Gassirunden nicht zu lange stehenbleiben – etwa weil man beim Spaziergang einen Bekannten trifft und sich unterhalten möchte“, sagt Winkler. „Solange der Hund in Bewegung bleibt, macht ihm die Kälte in der Regel weniger aus.“ Ältere oder gesundheitlich angeschlagene Tiere brauchen besondere Rücksichtnahme. In solchen Fällen kann der Tierarzt aufklären, was man dem Vierbeiner zumuten kann.

Der Winter ist nicht nur die kalte, sondern auch die dunkle Jahreszeit. Morgens wird es später hell, nachmittags schon früh dunkel. Gassirunden nur im Hellen sind kaum möglich. Für die Sicherheit von Mensch und Tier ist es daher wichtig, für andere gut sichtbar zu sein. Die Spaziergänge sollten also auf gut beleuchteten Wegen stattfinden. Zusätzlich können Hund und Halter mit reflektierenden Westen, Geschirr oder Leine für mehr Sichtbarkeit und Sicherheit sorgen.

Wie bei uns Menschen ist das Immunsystem von Hunden bei anhaltender Kälte angreifbarer als in den warmen Sommermonaten. Auch beim Vierbeiner sind dann mitunter Husten, Niesen oder leichtes Fieber zu bemerken und müssen auskuriert werden. Ruhe und ein warmer Schlafplatz helfen dabei. Zur Vorbeugung sollte man mit ausreichend Bewegung und ausgewogener Ernährung für starke Abwehrkräfte sorgen und das Tier nach jeder Gassirunde gut abtrocknen, wenn es nass geworden ist. IVH

Graue Schnauze - großes Herz

Graue Schnauze, großes Herz: So bleibt Ihr Hund im Alter fit und glücklich

Viele Hunde begleiten uns ein ganzes Leben lang - vom tapsigen Welpen bis zum souveränen Senior teilen sie Alltag wie Abenteuer. Dank guter Ernährung, Pflege und moderner Tiermedizin werden Hunde heute älter als je zuvor. Mit den zusätzlichen Lebensjahren steigen jedoch die gesundheitlichen Herausforderungen. Das Problem: Viele Erkrankungen entwickeln sich schleichend und zeigen sich zunächst durch unspezifische Symptome. Wer seinen Hund aufmerksam beobachtet und regelmäßige tierärztliche Vorsorge nutzt, kann viel dazu beitragen, dass die Lebensfreude bis ins hohe Alter erhalten bleibt.

Ein "bisschen ruhiger werden" gilt oft als normal, kann aber ein Hinweis auf ernsthafte Erkrankungen sein. So deuten Müdigkeit, Husten oder Atemnot häufig auf Herzprobleme hin. Bei Routineuntersuchungen fallen Herzgeräusche oft als Erstes auf - moderne Diagnostik wie Röntgen oder Ultraschall bringt Klarheit. Auch Arthrose ist ein häufiges Altersleiden. Betroffene Hunde bewegen sich weniger, steigen ungern ins Auto oder verweigern Treppen. Eine passende Medikation, Physiotherapie oder gelenkschonende Bewegungskonzepte steigern die Lebensqualität erheblich.

Ein unterschätztes Thema ist die Zahngesundheit. Zahnstein, Entzündungen oder lockere Zähne sind nicht nur schmerzhaft, sie belasten den gesamten Körper. Regelmäßige Maulkontrollen und Zahnbehandlungen gehören deshalb fest zur Vorsorge.

Auch die Ernährung spielt eine Schlüsselrolle. Senior-Hundefutter ist speziell auf den Stoffwechsel älterer Hunde abgestimmt. Es enthält angepasste Mengen an Nährstoffen und Energie, unterstützt die Gelenkgesundheit, entlastet Herz und Nieren und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur langfristigen Gesundheit. Hunde können im Alter auch an einer Form von Demenz leiden.

Orientierungslosigkeit, nächtliche Unruhe oder veränderte Routinen sind ernst zu nehmende Signale. Ein tierärztliches Beratungsgespräch klärt, welche Maßnahmen den Alltag für Hund und Halter erleichtern.

Einmal pro Jahr einen Gesundheitscheck beim Tierarzt einplanen - das ist der Schlüssel, um Erkrankungen frühzeitig zu erkennen. Neben der Auskultation von Herz und Lunge, einem "Arthrose-Check" der Gelenke sowie einer Kontrolle von Maulhöhle und Zähnen können auch Blut- und Ultraschalluntersuchungen Teil der Vorsorge sein.

Fazit: Alt werden gehört zum Leben - auch beim Hund. Mit Aufmerksamkeit, rechtzeitiger Diagnose und tierärztlicher Unterstützung bleibt die graue Schnauze auch im Alter glücklich.

(Quelle: Bundesverband für Tiergesundheit e.V.)

Ein Vierbeiner zieht ein…

Ein Vierbeiner zieht ein…

Ein Vierbeiner zieht ein...

Hund oder Katze, Kaninchen, Hamster oder Schildkröte - Haustiere haben Hochkonjunktur. Unabhängig davon, welches Tier in den Haushalt einziehen soll, immer ist es ein Lebewesen mit speziellen Bedürfnissen, die von den Besitzern mitgedacht werden müssen. Das beginnt bei der richtigen Haltung, reicht über eine tiergerechte Zuwendung bis hin zu Fütterung, Hygiene und Gesundheitsvorsorge - vom Jugendalter bis ans Lebensende.

Die Champions unter den Vierbeinern sind ungebrochen Hund und Katze. Knapp 16 Millionen Katzen leben in deutschen Haushalten. An Platz 2 der Beliebtheitsskala steht der Hund mit rund zehn Millionen. Welches Tier in welchem Haushalt am besten aufgehoben ist, hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab. Vor der Anschaffung steht eine ausführliche Recherche und Information zu den Bedürfnissen und der richtigen Haltung des Tieres. Auch die eigenen Vorstellungen und Möglichkeiten sollte man gründlich prüfen: Wie viel Zeit will und kann ich für das neue Familienmitglied aufbringen, wie viel Geld steht zur Verfügung und welches Tier passt grundsätzlich am besten in mein Leben? Wer versorgt es im Urlaub oder wenn ich selbst mal krank bin? Das sind die Fragen, die unbedingt im Vorfeld beantwortet werden müssen.

Generell kann man sagen, dass Menschen, die einen aktiven Lebensstil bevorzugen und gerne Zeit im Freien verbringen, eher zu einem Hund tendieren. Wer eine ruhigere, unabhängige Begleitung sucht, könnte sich für eine Katze entscheiden. Hunde benötigen beispielsweise mehr Zeit und Aufmerksamkeit für Spaziergänge, Spiele und Training. Katzen dagegen neigen zu mehr Selbstständigkeit, vor allem Freigänger. Sie können tagsüber gut allein bleiben.

Auch sollte man rassetypische Eigenschaften in die Überlegungen mit einbeziehen. Der Jagdhund in einem beschäftigten Haushalt mit wenig Zeit für Training und Auslauf ist vielleicht nicht die beste Idee. Auch Hütehunde sind ohne regelmäßige Aufgaben häufig nicht ausreichend gefordert.

Auch die Wohnsituation spielt eine Rolle. Eine Katze ist im Stadtzentrum in der Wohnung besser aufgehoben als draußen. Dann sollte man ihr aber ausreichend Beschäftigung anbieten und Klettermöglichkeiten zur Verfügung stellen.

Egal, ob man sich für Hund oder Katze entscheidet, auf jeden Fall übernimmt man eine langjährige Verantwortung für das neue Familienmitglied. Hunde werden je nach Rasse durchschnittlich zehn bis 15 Jahre alt, Katzen schaffen es im besten Fall sogar bis auf 20 Jahre.

Die Gesundheitsvorsorge sollte im Mittelpunkt stehen. So schützen Impfungen vor vielen gefährlichen, teils lebensbedrohlichen, Infektionskrankheiten wie Staupe, Parvovirose oder Leptospirose beim Hund oder Katzenseuche und Katzenschnupfen bei der Katze. Zudem sollte man seine Hausgenossen vor Flöhen, Zecken und Darmparasiten schützen. Vor allem in den ersten Lebensmonaten sind die Grundimmunisierungen und regelmäßige Wurmkuren ein Muss - auch bei reinen Wohnungskatzen. Aber auch im weiteren Verlauf des Hunde- oder Katzenlebens bleiben jährliche Gesundheitschecks, regelmäßige Auffrischungsimpfungen und der Schutz vor Parasiten wichtige Maßnahmen zur Gesunderhaltung. Ab dem mittleren Lebensalter werden die Vorsorgeuntersuchungen zunehmend wichtiger, beispielsweise des Herzens, der Schilddrüsen- oder der Nierenfunktion. Für alle Tierhaltende kann eine Versicherung sinnvoll sein - sei es für Vorsorge- und Routinemaßnahmen oder Operationen - so sind größere Ausgaben abgesichert. Für Hundehalter gehört eine Tierhalterhaftpflichtversicherung unbedingt dazu.

Eine Voraussetzung für die gute Konstitution eines Tieres ist die art- und altersgerechte Fütterung. Der Nährstoff- und Energiebedarf verändert sich im Laufe eines Tierlebens. Welpen größerer Hunderassen (ausgewachsen 25 kg und mehr) sowie Hunde- und Katzensenioren haben spezielle Bedürfnisse. In einem für die jeweilige Altersgruppe und Größe passenden Alleinfuttermittel sind alle notwendigen Nährstoffe wie Eiweiße, Kohlenhydrate und Fette, Vitamine, Mineralien und Spurenelemente enthalten. Mit einer angemessenen Fütterung - in Kombination mit ausreichender Bewegung - lässt sich Übergewicht verhindern. Zu viele Pfunde auf den Rippen bergen die Gefahr von Gelenkerkrankungen oder Diabetes. Es können sogar innere Organe in Mitleidenschaft gezogen werden.

Nicht zuletzt nützen Hygiene und regelmäßige Pflege nicht nur der Optik. Pflege ist immer auch Zuwendung, das Bürsten beispielsweise erfüllt darüber hinaus wichtige gesundheitliche Aspekte. Verfilzungen, die die Luft von der Haut abhalten, führen nämlich leicht zu Ekzemen und begünstigen bakterielle Hautentzündungen oder Pilzbefall. Ein ungepflegtes Fell bietet zudem ein optimales Heim für Ektoparasiten und mindert das Wohlbefinden des Tieres enorm. Zähne putzen, Pfotenpflege oder den regelmäßigen Blick ins Ohr oder Auge sollte man schon früh mit den Welpen, zunächst spielerisch, üben. Auch empfiehlt es sich, bei Katzen den Einstieg in die Transportbox schon früh mit einem positiven Gefühl zu verknüpfen.

Was es noch zu beachten gilt, lässt sich am besten bei den regelmäßigen Tierarztbesuchen besprechen. Tierärztin oder Tierarzt können auch über Möglichkeiten der Kennzeichnung per Mikrochip, wichtige Vorsorgeuntersuchungen oder über besondere Voraussetzungen für das Reisen mit dem Tier informieren.

(Bundesverband für Tiergesundheit e.V.)

Mit dem Hund ins Restaurant

Mit Hund ins Restaurant und Café: Zutritt mit Regeln

Als bester Freund des Menschen nehmen Hunde immer stärker am Alltag ihrer Halter teil. Da ist es kaum verwunderlich, dass immer mehr Hundehalter ihren Vierbeiner auch mit ins Restaurant nehmen möchten und dass das immer häufiger auch zugelassen wird. Die Entscheidung dafür liegt nach aktueller Rechtsprechung größtenteils beim Betreiber.

Auch in den vergangenen Sommermonaten machten Halter und ihre Hunde nach einem Spaziergang gern noch einen kurzen Halt im Außenbereich eines Restaurants oder Cafés. Herbst und Winter laden im Gegensatz dazu doch eher in den Innenbereich ein. Aber: Werden Hunde draußen einfach toleriert oder sind sie im Restaurant ganz grundsätzlich erlaubt?

Der auf Tierrecht spezialisierte Anwalt Frank Richter sagt: „Generell sind die Zugangsrechte für Hunde in ein Restaurant nicht gesetzlich geregelt: Hier gilt reines Hausrecht des Restaurantbetreibers.“ Jeder Betreiber kann also selbst entscheiden, ob Hunde im Außen- und/oder Innenbereich erlaubt sind. Lediglich die Küche und Lagerräume sind tabu, da hier besondere Hygienevorschriften greifen. Zusätzliche Kriterien wie beispielsweise die Größe des Hundes oder ein Zugangsverbot bei viel Betrieb liegen ebenfalls im Hausrecht. Weitere denkbare Vorschriften wären etwa das Tragen eines Maulkorbs oder eine Leinenpflicht. Halter können dazu im Vorfeld einfach anrufen oder vor Ort nachfragen. „Im Grunde ist ein Betreiber vollkommen frei, hier zu bestimmen, was auch immer er will. Eine Ausnahme bilden aber Hundeverordnungen, die mancherorts für meist einzelne Rassen beispielsweise Maulkorb- oder Leinenzwänge vorschreiben. Darüber darf er sich nicht hinwegsetzen. Die andere große Ausnahme sind Begleithunde, vor allem für Sehbehinderte“, erklärt Richter.

Besondere Zugangsrechte für Personen mit Assistenz- oder Begleithund: „Ein Begleithund zählt nicht als Hund, er ist ‚Teil‘ der unterstützten Person, so wie eine Brille oder ein Spazierstock. Bei der Verweigerung des Zutritts mit einem Assistenzhund kann eine Benachteiligung gemäß § 7 Absatz 1 Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG) vorliegen“, verweist der Anwalt auf das Gesetz. „Außerdem greift seit dem 1. Juli 2021 die neue Regelung des § 12e Behindertengleichstellungsgesetz (BGG). Danach sind alle Betreiber einer typischerweise für den allgemeinen Publikumsverkehr öffentlich zugänglichen Anlage oder Einrichtung verpflichtet, Menschen mit Behinderung, die auf einen Assistenzhund angewiesen sind, den Zutritt nicht wegen der Begleitung durch einen Hund zu verweigern.“

Eine Grundlage für den Restaurantbesuch sollte sein, dass der Hund still an seinem Platz liegen bleibt und andere Gäste nicht belästigt. Dabei kann es helfen, wenn er auf seiner vertrauten Decke liegt. Halter sollten das mit ihrem Tier üben. Wer seinen Vierbeiner mit einem Spaziergang auspowert und ihn bereits vor dem Restaurantbesuch füttert, umgeht damit ein mögliches Betteln.

Zudem gilt es zu berücksichtigen, dass das Restaurant nicht überfüllt ist und der Hund dadurch gestresst wird. Bei der Platzwahl sollten Halter außerdem darauf achten, dass der Tisch eher in einer Ecke steht und Gäste sowie Personal nicht Gefahr laufen, über den am Boden liegenden Hund zu stolpern oder ihm auf die Pfoten zu treten. Dann steht einem entspannten Restaurantbesuch mit der Fellnase nichts mehr im Weg. IVH

Allergie auf das Heimtier

Allergie auf das Heimtier

Allergisch aufs Heimtier: Das kann man tun

Für zahlreiche Menschen mit einer Tierhaarallergie bleibt der Wunsch nach einem Hund oder einer Katze unerfüllt. Auch, wenn die Symptome später auftreten oder sich verstärken, müssen sich Halter schlimmstenfalls von ihrem vierbeinigen Mitbewohner trennen. Es gibt heute allerdings verschiedene Behandlungsansätze: allen voran die Immuntherapie.

Was ist eigentlich eine Allergie? Und wie unterscheidet sich diese von einer Sensibilisierung? Professor Dr. Karl Christian Bergmann, Abteilungsleiter am Institut für Allergieforschung an der Berliner Charité, erklärt dazu die Grundlagen: „Beim Kontakt mit einer Katze können Katzenallergene übertragen werden. Wenn sich als Abwehrreaktion spezifische Antikörper dagegen bilden, dann ist die Person sensibilisiert. Von einer Allergie spricht man erst, wenn sich in Folge einer Sensibilisierung auch Symptome beim Kontakt mit dem Allergen bilden.“ Grundsätzlich ist eine Allergie also eine Überreaktion des Immunsystems auf eigentlich harmlose Substanzen. Typische Symptome sind etwa häufiges Niesen, Atemprobleme, juckende Augen oder Hautausschläge.

Entgegen dem Begriff „Tierhaarallergie“ tragen allerdings nicht die Haare die Allergene dauerhaft in sich. Vielmehr haften diese unter anderem über Speichel, Schweiß und Schuppen den Haaren an. Da die Allergene sich auch an den feinen Staub in der Luft anheften können, ist gar kein direkter Kontakt zum Tierhaar nötig, um bei Menschen eine Reaktion auszulösen.

Einige Details zur Entstehung einer Allergie sind noch nicht gänzlich erforscht. So ist laut Professor Bergmann derzeit noch nicht vollkommen geklärt, wie schnell man sich sensibilisiert und wann und warum plötzlich bei manchen Menschen Symptome auftreten und eine Allergie erkennbar wird. Teilweise kann dieser Prozess Jahre dauern.

Das gilt für Kinder, die erst nach einigen Lebensjahren Symptome einer Allergie zeigen, wie für Erwachsene, die zuweilen viele Jahre beschwerdefrei mit einer Katze oder einem Hund zusammengelebt haben und dann eine Allergie entwickeln.

„Das Wichtigste ist zu wissen, dass man eine Immuntherapie, die früher Desensibilisierung genannt wurde, auch gegen Tierhaare machen kann“, sagt der Experte. Dafür gebe es zwei Möglichkeiten: Entweder werden regelmäßig Allergene unter die Haut gespritzt (subkutan) oder in Form von Tropfen oder Tabletten (sublingual) eingenommen. „Die sublinguale Immuntherapie bei Tierhaarallergien hat sehr viel weniger Nebenwirkungen und wird bevorzugt.“ Zum Erfolg dieser Therapie führt Professor Bergmann aus: „Bei keinem Patienten kann man voraussagen, ob eine Immuntherapie bei ihm mit Sicherheit wirkt. Wenn wir bei einer sublingualen Therapie mit Katzenhaarextrakt von etwa 80 Prozent Erfolg sprechen, dann tritt dieser trotzdem erst nach vier bis sechs Monaten auf und es muss weiter therapiert werden.“

Die Immuntherapie behandelt also direkt die Ursache. Andere Behandlungsansätze therapieren dagegen kurzfristig die Symptome. Verbreitet sind etwa Medikamente in Form von Tabletten, Salben, Tropfen oder Asthmasprays. Bei akuten Beschwerden werden Antihistaminika verwendet, bekannte Arzneistoffe sind Loratadin oder Cetirizin.

Ein letzter Ansatz ist die sogenannte Karenz, also der Versuch, den Kontakt mit den auslösenden Allergenen zu vermindern oder ganz zu vermeiden. Eine gründliche Hygiene hilft dabei. Sowohl die Böden und Möbel in der Wohnung als auch die Kleidung sollten entsprechend regelmäßig gesäubert werden, um etwa Tierhaare und anhaftende Allergene zu entfernen. Außerdem sollte das Schlafzimmer nicht für die Tiere zugänglich sein. Regelmäßiges Lüften senkt zudem den Anteil an Auslösern in der Luft.

Katzen und Hunde sind die beliebtesten Heimtiere in Deutschland. So kennen die meisten Menschen wohl am ehesten auch Allergiker gegen diese Tierarten. Doch „grundsätzlich können allergische Reaktionen gegen alle Tiere auftreten, die ein Fell besitzen. Selten gibt es auch Allergien gegen Federn, zum Beispiel gegen Wellensittiche oder Tauben. Allergien gegen Schildkröten oder Schlangen selbst sind nicht bekannt, wohl aber gegen den Kot dieser Tiere“, erläutert Professor Bergmann.

Hunderassen wie dem Pudel oder Katzenrassen wie der Devon Rex wird häufig zugeschrieben, dass sie keine Allergien auslösen würden. Diese Tiere haben in der Regel jedoch bloß ein spezielles Fell, das weniger Haare verliert oder sie speicheln weniger. Dem Allergologen zufolge gibt es bisher keine Art, die wirklich für Allergiker geeignet ist: „Die einzelnen Hunde und Rassen können unterschiedliche Mengen an Allergenen freisetzen. Einen allergenfreien Hund gibt es bis heute nicht.“ Wer trotz bestehender Allergie darüber nachdenkt, sich ein Heimtier zuzulegen, sollte im Vorfeld bei einem Arzt einen Allergietest spezifisch für die Allergen-Charakteristika der gewünschten Rasse durchführen lassen. IVH

Sportpartner auf vier Pfoten

Sportpartner auf vier Pfoten

Sportpartner auf vier Pfoten: Wie Hunde bei den beliebtesten Outdoor-Aktivitäten dabei sein können

Die Sonne lacht und viele Menschen zieht es nach draußen: Einer aktuellen Umfrage zufolge steht Bewegung an der frischen Luft bei vielen Deutschen hoch im Kurs. Besonders schön wird es, wenn der eigene Hund mit von der Partie ist – mit entsprechender Vorbereitung profitieren Mensch und Tier gleichermaßen.

Die Stiftung für Zukunftsfragen erfasst in ihrem Freizeit-Monitor regelmäßig, womit die Menschen in Deutschland ihre Freizeit am liebsten verbringen. Bei der Befragung von 3.000 Personen zu ihren wöchentlichen Freizeitaktivitäten im Sommer 2024 nannten beispielsweise 54 Prozent „Spazieren gehen“ und ebenfalls etwa die Hälfte generelles „Sport treiben“ und „etwas für die Gesundheit tun“. Die Beliebtheit von Bewegung an frischer Luft ist damit gestiegen: Im Zehn-Jahres-Vergleich wurden diese Möglichkeiten nur von rund 40 Prozent der Befragten genannt. Populär waren 2024 auch „Fahrrad fahren“ (31 Prozent), „Jogging“ (19 Prozent) und „Baden oder Schwimmen gehen“ (12 Prozent).

„Das Schöne ist: Viele dieser Aktivitäten lassen sich wunderbar mit dem Hund gemeinsam erleben. So wird er nicht nur körperlich ausgelastet und ausreichend bewegt, sondern hat auch noch richtig Spaß an den Ausflügen mit seinem Menschen“, erklärt Verena Helfrich, langjährige Hundetrainerin und Autorin des Buchs „Outdoor-Abenteuer mit Hund“.

Damit der tägliche Spaziergang nicht zur langweiligen Routine wird, hat Helfrich abwechslungsreiche Ideen: „Ein Spaziergang lässt sich zum Beispiel ganz einfach mit kleinen Schnüffelspielen aufpeppen oder man probiert gemeinsam Geocaching aus – also die Suche nach kleinen Schätzen, die mithilfe von GPS-Koordinaten versteckt wurden“, erklärt sie. „Auch für den Hund ist das ein echtes Highlight, denn die Suche führt oft abseits der bekannten Wege und sorgt so für neue Eindrücke und spannende Herausforderungen.“ Aktivitäten wie Geocaching bieten einige Hundeschulen mittlerweile auch für Gruppen an – Nachfragen lohnt sich also.

Wer es etwas sportlicher mag, kann mit seinem Hund auch kleine Wanderungen unternehmen oder joggen – sofern beide dafür körperlich geeignet sind. „Wichtig ist, die Belastung immer an die individuelle Konstitution des Hundes – und auch des Menschen – anzupassen. Nicht jeder Hund ist ein geborener Laufpartner, und auch für Menschen kann das gemeinsame Joggen eine Herausforderung sein“, betont Helfrich. „Besonders im Sommer sollte man solche Aktivitäten nur in den kühlen Morgen- oder Abendstunden planen. Regelmäßige Pausen und ausreichend Wasser sind unerlässlich – beides gehört bei jeder Tour grundsätzlich dazu.“

Viele Hunde lieben das Wasser. Vor allem an warmen Tagen lockt es als erfrischende Abkühlung. Zusätzlich ist das Schwimmen schonend für die Gelenke und kann so für Hunde mit Bewegungseinschränkungen eine gute Alternative sein, in Bewegung zu kommen. „Beim Schwimmen steht die Sicherheit an erster Stelle“, erklärt die Hundetrainerin. „Vor allem Hunde mit kurzen Schnauzen können Probleme mit der Atmung bekommen oder Rassen mit kurzen Beinen können Schwierigkeiten haben, sich über Wasser zu halten. Außerdem hat auch das Gewässer einen Einfluss: Bei starken Strömungen oder wenn der Verdacht auf Verschmutzungen oder etwa Blaualgen im Gewässer besteht, sollte man besser am sicheren Ufer bleiben.“ Halter sollten daher immer aufmerksam beobachten und im Zweifel eingreifen. Wichtig zudem: Die Entscheidung, ob und wie schnell ein Hund ins Wasser geht, sollte immer beim Vierbeiner selbst liegen.

Das Wasser ist aber nicht nur Schwimmern vorbehalten: Auch Stand-up-Paddling (SUP) mit Hund liegt im Trend – und kann eine tolle und erfrischende gemeinsame Aktivität sein, die die Bindung stärkt. Doch spontane Ausflüge aufs Wasser sind keine gute Idee: „Der Hund sollte schrittweise an das SUP-Board, das Wasser und die ungewohnte Bewegung gewöhnt werden. Vertrauen, Ruhe und Sicherheit stehen dabei an erster Stelle“, erklärt Helfrich. Für die Sicherheit ist außerdem ein gut sitzendes Hundeschwimmwesten-Modell sinnvoll – selbst bei guten Schwimmern.

Am besten startet man mit ersten Trockenübungen an Land, lässt den Hund das Board erkunden und übt gemeinsam das Auf- und Absteigen. Im nächsten Schritt kann man ans flache Ufer wechseln und das Brett dort leicht ins Wasser schieben. „Dabei ist es wichtig, dass der Mensch selbst sicher auf dem Board steht und der Hund langsam Vertrauen fasst – Druck oder Ungeduld sind hier fehl am Platz“, so Helfrich. Wer merkt, dass der eigene Vierbeiner sich auf dem Wasser dauerhaft unwohl fühlt, sollte andere Aktivitätenvorziehen, die besser zur Persönlichkeit und Konstitution des Hundes passen.

Ob Spazieren, Schwimmen oder Stand-up-Paddling: Bei der gemeinsamen Bewegung an der frischen Luft verbessert sich die Fitness und die Bindung zwischen Mensch und Hund wird gestärkt. Wer die individuellen Bedürfnisse seines Vierbeiners berücksichtigt und auf Sicherheit achtet, schafft wertvolle Erlebnisse und Erinnerungen – im Sommer, aber auch zu jeder anderen Jahreszeit. IVH